Meteoritenmineral Krotit

2010 wurde in Nordafrika ein Mineral in einem Meteoriten entdeckt, das zu den ältesten des Sonnensystems gehören dürfte: Krotit, nach dem Geochemiker Alexander N. Krot von der University of Hawaii benannt, der es entdeckte. Das winzige Körnchen in einem Meteoriten wurde umfassend analysiert, es muss älter sein als alles, worauf Menschen je gestoßen sind. Darauf weist die molekulare Struktur hin, die aus einer Aluminium-Kalziumoxid-Verbindung besteht, die es so nur im Gas der Urwolke gegeben haben kann. Das berichteten die beteiligten Forscher im Fachblatt "American Mineralogist". Die Wissenschaftler der CUNY (New Yorker City-University) und des AMHN (amerikanisches Museum für Naturwissenschaften) stießen im Herbst 2010 auf den Fund im Meteoriten, der in der marokkanischen Provinz Er Rachidia gefunden worden war. Der winzige Einschluss bestand aus einem Material, das völlig unbekannt war. Der Einschluss ähnelte in seiner Form einem leicht zerbrochenen Ei ("Cracked Egg") aus der chemischen Verbindung CaAl2O4. Es ist refraktär und extrem hitzebeständig und muss in der Frühzeit des Weltalls existiert haben.

Im Frühjahr 2011 unterzogen Wissenschaftler des Caltech (Technologisches Institut Kalifornien) das Mineral im Detail einer nano-mineralogischen und einer Röntgenanalyse. Verantwortlich zeichnete der Mineralogie-Kurator Anthony Kampf aus Los Angeles. Interessanterweise ähnelt Krotit in der Atomanordnung einem bestimmten, sehr hitzebeständigen Spezialbeton, den man während der Produktion auf mindestens 1.500° Celsius erhitzt. Da Krotit unter sehr niedrigem, quasi unter Null-Druck entstanden ist, kann man vermuten, dass es vor der Entstehung von Planeten in der Urwolke entstand. Es wäre mithin eines der am frühesten entstandenen Minerale. Die Mineralien am Rand des Cracked-Eggs wurden im Verlaufe von Milliarden Jahren verändert, das folgerten die Forscher aus Abfolge und Struktur der Atomanordnung. Die Mischung aus Krotit geriet wahrscheinlich irgendwann in eine heiße Gaswolke, wo das Mineral an den Rändern des Eis umgewandelt wurde.