Raumfähre Endeavour gestartet

Das US-Space-Shuttle Endeavour ist Anfang Mai 2011 zum letzten Mal von Cape Canaveral abgehoben und bringt teure Fracht zur ISS, die den Urknall hinterfragen soll. Der 25. und damit letzte Flug der NASA-Raumfähre hatte sich wegen technischer Schwierigkeiten um zwei Wochen verzögert. Nun hat die Endeavour Montag um 14:56 Uhr nach deutscher Zeit ihre Reise vom Weltraumbahnhof in Florida aus angetreten. Die Besatzung besteht aus sechs Crewmitgliedern, die jetzt bis zu 16 Tage im Weltall zubringen.

Der Space Shuttle ist auf dem Weg zur Internationalen Raumstation ISS. Geplant sind vier Ausstiege, um Wartungsarbeiten an der ISS vorzunehmen. Bei der zu überbringenden Fracht handelt es sich um ein 1,37 Milliarden Euro teures Gerät, mit dem Antiteilchen aufgespürt werden sollen. Die genaue Bezeichnung des sieben Tonnen schweren und vier Meter hohen Gerätes lautet "Alpha-Magnet-Spektrometer AMS-02". An der Entwicklung des AMS-02 waren auch deutsche Ingenieure beteiligt.

Experimente mit dem Detektor für Antiteilchen sollen Hinweise auf die eigentliche Herkunft des Planeten Erde bringen. Der AMS-02 sucht das Universum nach Antimaterie ab. Einfach erklärt geht um die Frage, warum es die Welt in der uns bekannten Form eigentlich gibt. Denn das uns bekannte Universum besteht aus Materie. Da sich jedoch Antimaterie und Materie gegenseitig vernichten, stellt sich die Frage, was nach dem Urknall geschehen ist. Der AMS-02 soll die Theorien, dass direkt nach dem Urknall eine Trennung der Materien erfolgt ist oder das Mengenverhältnis der Materien für den heutigen Zustand ausschlaggebend war, entweder bestätigen oder widerlegen.

Nach Rückkehr der Endeavour findet das NASA-Shuttle einen Platz in der Ausstellung des Wissenschaftszentrums Los Angeles. Auch dem Space-Shuttle Atlantis steht nur noch ein letzter Flug bevor. Die NASA schickt die Atlantis wahrscheinlich im Juli zum letzten Mal auf eine Reise in das All. Mit ihr endet die über 30 Jahre andauernde Ära der wiederverwendbaren Space-Shuttles. Das Kommando auf dem letzten Flug der Endeavour hat Mark Kelly. Mark Kelly ist der Ehemann der Politikerin Gabrielle Giffords, der Anfang des Jahres von einem Amokläufer in den Kopf geschossen worden ist. Die wieder genesene Abgeordnete verfolgte den Start der Endeavour vom Kennedy Space Center aus.