Vulkanismus auf Jupitermond Io

Aus den Daten einer Sonde, die es schon mehrere Jahre lang nicht mehr gibt, haben Forscher Belege für einen riesigen Ozean aus Magma gefunden, der im Innern des Jupitermondes Io existiert.  Wahrscheinlich gibt es in unserem Sonnensystem nur zwei Himmelskörper mit aktiven Vulkanen - die Erde und den Jupitermond Io. Auf Io sind die Vulkane allerdings im Gegensatz zur Erde nahezu gleichmäßig verteilt. Das wäre ein großer Unterschied zur Erde, deren Vulkane sich entlang von Aktivitätszonen gebildet haben.

Die Vulkane des Jupitermondes sind überaus explosiv, hundert Mal mehr Lava als die Erdvulkane speien sie bei ihren Ausbrüchen aus. Zu begründen ist das mit einer rund 50 Kilometer dicken Magmaschicht unter der Oberfläche von Io, die teilweise geschmolzen ist. Das geht aus Daten der Raumsonde Galileo hervor, die zwischen 1995 - 2003 den Jupiter umkreist hatte. Durch diesen Magma-Ozean entsteht der Vulkanismus auf Io, schrieben die Forscher im Fachmagazin "Science". Direkte Beweise fehlen noch, jedoch sind sowohl die hohe Lava-Temperatur als auch der starke Vulkanismus Indizien für ein globales Magma-Reservoir, das sich im Innern des Jupitermondes angesammelt haben muss. Die Forscher unter der Leitung von Krishan Khurana (University of California, Los Angeles) griffen für die Beweisführung zu einem Trick: Unter Hinzuziehung der Magnetfelddaten des Jupiter warfen sie einen Blick unter die Oberfläche von Io.

Das Magnetfeld des Jupiter rotiert und hält damit seine Monde in Bewegung. In die Atmosphäre von Io werden Ströme induziert, die Materie herausreißen. Aus der Menge der Materie schlussfolgerten die Forscher, dass Io´s Mantel nicht völlig fest sein kann. Beobachtete Magnetfeldänderungen konnten nur mit einer mehr als 50 Kilometer dicken Magmaschicht erklärt werden, die zudem zu mindestens 20 Prozent flüssig sein muss. Nur unter diesen angenommenen Bedingungen lassen sich die elektromagnetischen Messdaten interpretieren.